Filmbeschrieb

Dene wos guet geit

von Cyril Schäublin
Montag
14
Januar
2019
Kino Gotthard, Zug
um 20.00 Uhr
Der Online-Ticketverkauf wird demnächst eröffnet.

Alice arbeitet in einem Callcenter in der Züricher Agglomeration und verkauft Handyverträge, Krankenversicherungen und betreut Kunden für Bankinstitute. Dabei lernt sie, wie man alte Leute um den Finger wickelt und beginnt, sich als deren Enkelin auszugeben und so viel Geld zu erbeuten. Möglich wird dies in einer Schweiz, jenseits jeder Heidi Romantik.

Menschen identifizieren sich über Passwörter, Gespräche drehen sich um Geld, Handyverträge und günstige Krankenkassen. Alles läuft reibungslos und höflich. Gefühle und Nähe sind nahezu absent. Städtische Betonwelten, aufgenommen aus dem Sichtwinkel von Überwachungskameras und ein permanentes Grundrauschen von Verkehr und Datenbanken untermauern diesen Eindruck.

Mani Matters titelgebender Song korrespondiert inhaltlich aufs Schönste mit dieser visuellen Lakonik, auch wenn er im Film nicht zu hören ist. Radikal präzise und mit konsequenter Bildsprache unterläuft der Film jede lineare Erwartung und wird durch seine sanft satirischen Dialoge zu einem hintersinnigen Vergnügen, das aufhorchen lässt.

CH 2018

DCP, 71 Min., color, Schweizerdeutsch Dialekt

Buch, Regie:

Cyril Schäublin
Kamera:

Silvan Hillman
Schnitt:

Cyril Schäublin, Silvan Hillman
Ton:

Nicolas Buzzi
Musik:

Linda Vogel

Nomination Schweizer Filmpreis 2018.