Filmbeschrieb

Le Sommeil d'Or

von Davy Chou
Montag
11
November
2013
Kino Gotthard, Zug
um 20.00 Uhr
Der Online-Ticketverkauf wird demnächst eröffnet.

Kambodscha ist zu einem beliebten Reiseziel geworden. In den 1970er Jahren herrschte hier ein Terrorregime, das die Bevölkerung dezimierte und die Kultur zerstörte. Vor der Roten Khmer blühte im Land des Mekong eine grosse Filmkultur. Unter den Roten Khmer wurde diese jedoch nahezu ausgelöscht. Obwohl keine Bilder mehr zu den damaligen Filmen existieren, sind die Geschichten und Filmstars in der Bevölkerung präsent geblieben. Wie Geister wandeln sie unter den Überlebenden, und die fantastischen und melodramatischen Geschichten werden mündlich überliefert. Der Dokumentarfimer Davy Chou besucht Zeitzeugen und sucht nach Überbleibsel der kambodschanischen Filmkultur. Mit den übriggebliebenen Spuren gestaltet er eine Liebeserklärung ans Kino und eine Ode an die Erinnerung.
Le sommeil d'or ist ein ruhiger und melancholischer Film, der zeigt, wie Erinnerungsfragmente, puzzleartig zusammengesetzt, ein neues Universum an Bildern schaffen können. Dabei fasziniert, dass Davy Chou kaum auf Archivmaterial zurückgreifen konnte, und es ihm dennoch gelingt, ein dichtes und einheitliches Bild des kambodschanischen Kinos zu rekonstruieren. Die Tatsache, dass in einem Land, in dem der Albtraum des Krieges alles dem Erdboden gleich gemacht hat, an die Filmkultur eine solch intensive Erinnerung unter der Bevölkerung existiert, macht nachdenklich.
(trigon-film/cineman)

Samoa 2011
DCP, 100 Min., Khmer, Französisch/d/f

Regie und Buch:
Davy Chou
Montage:

Laurent Leveneur
Musik:

Jérôme Harré
Kamera:

Thomas Favel
Ton:
Vincent Villa
Ausstattung:

Tith Kanitha
Produktion:

Jacky Goldberg, Rithy Panh, Chhel Chamrong

Infos zum Filmabend

Als Gast der Filmwissenschaftler Oswald Iten
Er führt vor dem Film kurz ins Thema ein und nach der Vorstellung zeigt er uns auf der Leinwand die Ergebnisse seiner Recherche nach Filmen aus jener Zeit.